Hochschuldidaktik

Lehre aktivierend planen und gestalten
Der Titel „Lehre aktivierend planen und gestalten“ lässt gleich an Methoden und Methodenvielfalt denken. Methoden haben bei der Aktivierung von Studierenden auch eine große Bedeutung. Inwiefern die Aktivierung von Studierenden gelingt, liegt dabei aber maßgeblich auch an Ihrer – implizit vermittelten –  Haltung zur Lehre, Ihrem Bild von Studierenden und dazu, was es aus Ihrer Sicht bedeutet zu studieren. Eine positive Fehlerkultur, bei der es insbesondere in Explorations- und Forschungsphasen, selbstverständlich ist, etwas nicht zu wissen und eine Kultur des gemeinsamen Denkens und Arbeitens erhöhen den Interaktionsgrad und den Dialog zwischen Ihnen und Ihren Studierenden. Gleiches gilt für die Schaffung einer größtmöglichen und frühzeitigen Transparenz hinsichtlich der Leistungsanforderung und konkreten Bewertungskriterien. Denn: Transparenz schafft Motivation. Die gemeinsame Erkundung dieser und ähnlicher Aspekte ist im Workshop daher konzeptionell und praktisch ebenso wichtig wie Impulse und Übungen zu Methoden, Arbeitsstrategien und Planungsfragen.

Was hilft denn beim Lernen? Evaluation selbst und anders machen
Als Lehrende geben wir ständig Rückmeldungen zu studentischen Leistungen. Doch auch als Lehrende brauchen wir Rückmeldungen zu unserer Tätigkeit – sei es zur Qualitätssicherung, Weiterentwicklung oder Motivation und um zu wissen, was beim Lernen hilft. Neben der klassischen Lehrevaluation, die oft Interpretationsprobleme und Fragen aufwirft, gibt es auch direkte und selbst gesteuerte Formen von Feedback und Evaluation, wie die Selbstevaluation und qualitative Zwischenevaluationen. Solche Feedbackformen fördern den Dialog über Lehre, sie schaffen Anlass direkt miteinander ins Gespräch zu kommen und sich gegenseitig Feedback zu geben. Dadurch wird die geteilte Verantwortung für das Gelingen einer Veranstaltung wahrgenommen. Ausgangspunkt dabei ist eine positive Fehlerkultur, die explizit auch Sie als Lehrende einschließt. So wird es leichter auch mal Neues in der Lehre zu wagen. Vor allem stärkt eine solche dialogische Feedbackkultur die Lehr-Lern-Beziehung zwischen Ihnen und Ihren Studierenden.

Spotlight auf die Lehrkraft – Feedback zur eigenen Lehrkompetenzentwicklung
Jedes Semester werden die Studierenden danach gefragt, welche Aktivitäten besonders lernförderlich sind oder was sie am Lernen hindert. Wie sieht es aber mit den Lehrenden aus? Wann werden Sie gefragt, womit Sie zufrieden sind oder was Sie gern erreichen möchten? In diesem Workshop ändern wir einmal bewusst die Blickrichtung! Wir schauen nicht auf die Studierenden und deren Lernen, sondern auf Sie und Ihr Lehren. Denn auch Lehrende brauchen Rückmeldungen zur eigenen Lehrkompetenzentwicklung: Wo liegen meine Potenziale, welche übergreifenden Ziele und Visionen treiben mich an und wie kann ich mich diesen annähern?

Der Workshop geht von einem erweiterten Selbstevaluationsansatz aus, wonach die Lehrperson gegenüber sich selbst eine forschende Haltung einnimmt und in einem methodisch strukturierten Prozess akademische Lehrkompetenzen und Lehrressourcen ermittelt und Ansätze erarbeitet, diese künftig stärker und direkter in den Lehralltag einzubringen. Wir arbeiten unter anderen mit dem Lehrkompetenzraster nach Zumbach, dem Züricher Ressourcen Modell sowie mit Coachingsübungen und wertschätzendem Interview. Ziel ist die Professionalisierung der eigenen Lehrkompetenz durch einen ressourcenorientierten und hedonistischen Ansatz. Dieser Ansatz geht davon aus, dass Freude eine der stärksten intrinsischen Motivatoren ist und somit entscheidend zu einem gelingenden Leben und Arbeiten beiträgt.

Lehrphilosophie/Lehrportfolio
Lehrportfolios dienen der professionellen Selbstreflexion als Lehrende und der Dokumentation von Lehrerfahrung/-philosophie für Dritte. Sie werden zunehmend bei Berufungsverfahren angefordert und sind ergo ein Baustein Ihrer Bewerbungsunterlagen. Doch womit könnten Sie Ihre Lehrerfahrung und -kompetenz für Dritte sichtbar machen? Auch wer (noch) keinen didaktischen Fachartikel verfasst, Lehrpreis gewonnen, innovative Lehre entwickelt oder dutzende exzellente Evaluationen vorliegen hat, kann Lehrkompetenz dokumentieren. Im Workshop erfahren Sie mehr dazu.

Handlungsfähig bleiben bei Störungen in der Lehre
In Lehr- und Lernsetting treten immer wieder auch Störungen auf. Nicht zuletzt im Zuge von Bologna ist das Studium zunehmend verschulter geworden. Wie äußert sich das im Verhalten der Studierenden und wie kann ich als Lehrende den erforderlichen Rollenwechsel von Schülerinnen und Schülern zu Studierenden unterstützen?

Teil 1 Störungsanalyse und -prävention

Der erste Teil fokussiert die Störungsanalyse und didaktische Prävention von Störungen in der Lehre basierend auf dem Vier-Faktoren-Modell und dem Prinzip der dynamischen Balance der Themenzentrierten Interaktion (Ruth Cohn). Das Besondere an diesem Format ist die praktische Bearbeitung anhand eines  „begehbaren“ TZI-Modells verbunden mit einer fachlichen Reflexion.

Teil 2 Störungsintervention

Schwerpunkt des zweiten Teils bildet verschiedene Interventionsstile, die für den Umgang mit Störungen im Lehrgeschehen produktiv gemacht werden. Das Interventionskreuz ist Grundlage für ein umfangreiches Spektrum an Handlungsoptionen bei Störungen und wird im Workshop praktisch erarbeitet.

Beratungskompetenz für Lehrende: Rahmen gestalten, Prozess strukturieren, Fragen stellen .... und zuhören.

Die Beratung von Studierenden gehört zum alltäglichen Lehrgeschäft: in Sprechstunden und wie oft üblich Zwischen-Tür-Angel. Wie können Beratungen sowohl für Studierende als auch für Lehrende zufriedenstellend gestaltet werden? Wie sind die Aufgaben und Rollen in diesem Prozess verteilt?

Gerade wenn es beim Studieren darum geht, sich selbst Wege zu erschließen und Wissen anzueignen, dann sind Lehrende herausgefordert, Wünsche und Forderungen nach schnellen Antworten und fertigen Rezepten zu enttäuschen. Fokussierte Fragetechniken helfen die Lösungskompetenzen der Studierenden zu aktivieren und den „Scheinwerfer“ der Fragen … und auch der Antworten, etwas mehr in Richtung Studierenden zu drehen und dabei gleichzeitig als Expertin/Experte präsent und unterstützend zu sein.Coaching- und Beratungsmethoden kennenlernen, auffrischen und ausprobieren

  • Beratungssetting gestalten
  • Rollen- und Aufgabenklärung
  • Phasen und Anforderungen einer Kurzberatung
  • Beratungsmethoden (Fragetechniken)
  • Strukturierungsempfehlungen

Theater in der Lehre – Überblick, Anwendung, Reflexion
Im Workshop steht das Kennenlernen und Erproben verschiedener Methoden aus dem Feld ‚Theater in der Lehre‘ im Mittelpunkt. Hierzu zählen aktivierende, handlungsorientierte und körperbezogene Verfahren wie Standogramm zur Erfassung von Vorwissen der Teilnehmenden, Warm-Ups zur Gestaltung mobilisierender Pausen und szenische Evaluationsverfahren.

  • Kennenlernen und Erproben verschiedener Verfahren aus dem Feld ‚Theater in der Lehre‘
  • Erweiterung des eigenen Lehrrepertoires
  • Aktivierende und motivierende Lern- und Lehrarrangements
  • Reflexion eigener Anwendungsmöglichkeiten
  • Vorwissen und szenische Erfahrungen sind für die Teilnahme nicht erforderlich, nur Experimentierfreude und Offenheit

Einzelcoaching für Lehrende aller Statusgruppen
Ergebnisorientierte Bearbeitung von Anliegen im Kontext von Lehr-, Forschungs- und Führungstätigkeit im Einzelsetting: Sie verfügen selbst über alles, was Sie zur Zielerreichung benötigen; im Coaching geht es darum, Ihre Ressourcen zu entdecken und zu aktivieren. Beim kreativen Coaching stehen hierfür neben Fragetechniken auch viele kreative und analoge Methoden zur Verfügung, die helfen Lösungen nicht nur zu sehen, sondern aktiv in die Haltung und die Praxis zu integrieren.

  • Wenn Sie vor einer Herausforderung stehen und eine Lösung suchen, die nicht nur auf dem Papier steht.
  • Wenn Sie eine Gesprächspartnerin brauchen, die nicht aus Ihrem System ist, die Sie und Ihr Anliegen in den Mittelpunkt stellt.
  • Wenn Sie in Ihre Handlungsfähigkeit kommen wollen und Ihre Optionen erweitern möchten.

Einzelcoaching ist auch telefonisch möglich.

Reflecting Teams, Kollegiales Coaching, Peer Beratung
Ob beim Einstieg in die Lehre, während einer hochschuldidaktischen Weiterbildung oder als alter Hase strukturierter Austausch und gezielte Impulse unterstützen die Lehrkompetenzentwicklung und die fortlaufende Professionalisierung der eigenen Lehre. Es gibt dafür verschiedene Formate bzw. methodische Settings – gemeinsam ist allen ein bedarfsorientierter Ansatz, der viel Raum für die lösungsorientierte Bearbeitung der aktuellen Anliegen aller Teilnehmenden gibt.