Qualitatives Feedback in der Hochschullehre für eine dialogische Arbeitskultur

Im Rahmen meiner Rezension zu „Feedback in der Hochschullehre“ habe ich erneut über mein Feedbackverständnis nachgedacht:

 

Feedback ist kein Einbahnstraßenmodell, es geht auch weniger um das Instrumentelle (Feedbackverfahren sind dann bloß ein Vehikel), sondern vielmehr um das Dialogische an sich, darum miteinander im Gespräch zu sein: Was fördert das Lernen, was hindert es und was können wir besser machen? Und zwar vor dem Hintergrund einer geteilten Verantwortung für das Gelingen von Lehrveranstaltungen. Beide Seiten müssen „liefern“: Lehrende, indem sie das didaktische Setting gestalten und evaluieren; Lernende, indem sie die Hauptverantwortung für ihren Wissens- und Kompetenzaufbau übernehmen – auch wenn sie dabei auf die Unterstützung und Prozessbegleitung ihrer Lehrenden zählen dürfen. Dann wird Feedback spannend, hilfreich und produktiv. Dann macht es Spaß, weil sich etwas löst und ins Rollen kommt, weil die Zusammenarbeit an Sinn gewinnt und alle mit mehr rauskommen, als sie gestartet sind. Inwiefern dies gelingt, hängt maßgeblich auch von der institutionellen Feedbackkultur ab, davon ob Evaluations-/Feedbackprozess eher kontrollierend oder eher unterstützend ausgestaltet und wahrgenommen werden?

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Neue Rezension: Feedback in der Hochschullehre

Mit Bologna haben standardisierte Lehrveranstaltungsevaluationen derart stark zugenommen, dass eine gewisse Evaluationsmüdigkeit bei Studierenden wie Lehrenden zu verzeichnen ist. Zwar können solche Ergebnisse eine schnelle Orientierung bieten, sie werfen aber auch Interpretationsprobleme und Fragen auf. Oftmals sind deshalb die freitextlichen Kommentare besonders beliebt, wobei auch hier Aspekte offenbleiben, wie beispielsweise die Frage der Mehrheitsfähigkeit. Vor diesem Hintergrund wundert das zunehmende Interesse an qualitativen Feedbackformaten (darunter auch von Dritten moderierte Verfahren wie TAP, Teaching Analysis Poll, oder SHIFT) in der akademischen Lehre und der entsprechend erhöhte Weiterbildungsbedarf nicht.

Nora Dainton greift diese Bedarfe mit einem praxisbezogenen Arbeitsbuch für Lehrende aus der Hochschule und der Erwachsenenbildung auf.

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Neue Webcard mit erweitertem Angebot

Das neue Jahr startet auch mit neuen Webcards und erweitertem Angebot:

Prozessbegleitungen von Gruppen bei partizipativen Entwicklungsprojekten und alternative Formate kollegialer Beratung waren im letzten Jahr zentrale Arbeitsschwerpunkte neben meinen Kernaufgaben in Hochschuldidaktik, Mentoring und Lehre.

Ich freue mich auf neue Herausforderungen, gemeinsames Weiterdenken bestehender Angebote und bin glücklich über die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit meinen Arbeits- und Gesprächspartner_innen.

Auf ein frohes neues Jahr 2019!

Neue Rezension: Hochschuldidaktik in der Praxis

Hochschuldidaktik ist ein zunehmend zentrales Professionalisierungsfeld für Wissenschaftler_innen. Die Veröffentlichung Hochschuldidaktik in der Praxis von Hendrik den Quden und Eva-Maria Rottlaender wird diesem Bedarf gerecht, in dem es als praktisches Lehr- und Arbeitsbuch konzipiert ist: Mit einer insgesamt gelungenen „Lese-Didaktik“ mit Aufgaben und Reflexionsfragen sowie vielen Wissensimpulsen ist auch eine selbst gesteuert Überarbeitung eigener Lehrveranstaltung möglich. Gerade dieses angeleitete, anwendungsorientierte Selbststudium kommt den vielfältigen Anforderungen an Wissenschaftler_innen entgegen. Nichtsdestotrotz bleibt der Austausch über didaktische Innovationen und Herausforderungen in der Lehre von zentraler Bedeutung. Dazu eignen sich besonders Formate wie kollegiales Coaching oder Reflecting Teams, da diese eine methodisch strukturiertes Nachdenken und Entwickeln in der Peer ermöglichen.

Lesen Sie mehr dazu in meiner Rezension.

 

Dialog statt Ostereiersuche

Ostern steht vor der Tür und damit traditionell das Ostereiersuchen. Gut, wenn man dann weiß, wo man suchen muss. Nicht jedes Ei ist so offensichtlich „versteckt“ wie das blaue im Bild. Erstaunlicherweise werde diese trotzdem oft übersehen. Lehre ohne geeignete Rückmeldungsformate gleich manchmal einer solchen Ostereiersuche ins Blaue hinein. Das kann Spaß machen, zielgerichtet ist es nicht. Wir suchen nach Anhaltspunkten, die Lehre zu verbessern … um eine Kehrtwende zu vollziehen oder auch um uns in unserer Vorgehensweise bestätigt zu wissen – gerade dann, wenn wir etwas Neues gewagt haben. Da hilft ein „heiß!“ oder eben auch ein „kalt, kalt, kalt!“ doch schon sehr. Bei Feedback geht es um Kommunikation, um einen Austausch darüber, was lernförderlich war und ist, darüber, an welchen Stellen nachjustiert werden kann und sollte. Die Grundlage für produktive Rückkopplungen ist eine Kultur, in der ein unbefangenes, wertschätzendes Sprechen möglich ist und Fehler Studierenden wie Lehrenden gleichermaßen zugestanden werden. Denn letztlich tragen beide Seiten auf ihre Weise zum Gelingen einer Veranstaltung bei. Ein Erwartungsabgleich kann bereits viel bewirken genauso wie eine qualitative Zwischenevaluation.

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